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12. April 2020 - Ostern fällt nicht aus. Auch wenn Gottesdienste abgesagt oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert werden, an der Auferstehung und der Osterbotschaft ändert auch ein Kontaktverbot nichts. Dennoch war in diesem Jahr alles anders. In der Seelsorgeeinheit um den Kreuzberg gab es nur eine Feier der Osternacht. Am Samstag Abend in der St. Georgskirche in Bischofsheim.

Pfarrer Hubert Grütz, Pfarrer Manfred Endres, Pfarrer Reinhold Kargl, die Gemeindereferentinnen Evi Warnke und Corinna Zipprich sowie Diakonatsbewerber Siggi Kuhnen feierten diesen besonderen Gottesdienst stellvertretend und in Verbundenheit mit den Gläubigen in den Gemeinden der Pfarreiengemeinschaften „Am Kreuzberg, Bischofsheim“, „Die Walddörfer, Sandberg“ und „Immanuel Hohe Rhön, Oberelsbach“. Auf einen Live-Stream oder eine Youtube-Übertragung wurde ganz bewusst verzichtet, das es viele gute und professionelle Übertragungen von Gottesdiensten im Fernsehen und Internet bereits gibt, die zu einer Mitfeier einladen.

So war der Rhöndom zunächst dunkel und leer. Doch einsam war er nicht. Die liebevoll gestalteten Osterkerzen aus den 17 Ortschaften, die zur Seelsorgeeinheit gehören, waren vor dem Altar aufgestellt. Die Bischofsheimer Kerze trug zusätzlich einen Mundschutz, um an die Einschränkungen und auch Gefahren, durch den Corona-Virus zu erinnern. „Wir feiern diesen Gottesdienst für unsere Gemeinde und verbinden uns mit den Menschen im gemeinsamen Gebet“, lud Pfarrer Hubert Grütz, der diesen besonderen Osternachtsgottesdienst konzipiert hatte, zum Gebet ein. Im kleinen Kreis saßen die Hauptamtlichen Vertreter der Seelsorgeeinheit im Altarraum und erinnerten mit drei alttestamentlichen Lesungen an zentrale Themen der Geschichte Gottes mit der Menschheit.

Mit der Lichtfeier und dem Ruf „Lumen Christi“ wurden die Osterkerzen gesegnet und entzündet. Pfarrer Endres betete für die Sicherheit und den Schutz der Menschen, in dieser außergewöhnlichen Zeit. Ein feierlicher Moment, dem das Exsultet, das Osterlob folgte, in dem Christus als das Licht der Welt gepriesen und seine Auferstehung in Verbindung zu dem im Alten Testament offenbarten göttlichen Heilsplan gestellt wird. „Gekommen ist das heilige Osterfest“, sang Pfarrer Endres und weiter: „Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach“. Mit dem Gloria wurde dann auch die St. Georgskirche hell erleuchtet und das Halleluja erklang.

Statt einer Predigt lud Pfarrer Grütz zum persönlichen Zeugnis ein. „Was bedeutet Ostern für mich?“ Schnelle Antworten gab es von den Vertretern der Seelsorgeeinheit keine. Es war eine meditative Stimmung, in der jeder zunächst seinen Gedanken nachhing und dann ins Worte fasste was diesen Moment wiedergab und zu gleich einen größeren Kontext herstellte. „Wenn ich trotzdem ein Licht anzünde“, „Gott nicht fassen können“, „Der Messias von Händel“, „Der Grund an die Auferstehung zu glauben“, „Hoffnung zum Leben“ und „Festhalten am Kreuz, nicht als Zeichen des Todes sondern der Auferstehung“.

Mit der Tauferneuerung und der Eucharistiefeier endete diese ruhige und eindrucksvolle Osternachtsfeier. Die gesegneten Osterkerzen wurden direkt im Anschluss in die Gemeinden gebracht und dort aufgestellt. Am Ostersonntag brannten sie, als Symbol des auferstandenen Christus. Die Menschen hatten die Möglichkeit, sich im Rahmen der Abstandsvorschriften das Osterlicht zu holen.

Osterkerzen anzünden

Osterkerzen

Osternacht

Der schnelle Blick ...

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